Okt26

Die Weltkonferenz der Völker für Klimawandel und Schutz des Lebens

Kategorie Umwelt

Von Miguel A. Buitrago und Richard Meier

Die Weltkonferenz der Völker für Klimawandel und Schutz des Lebens

Die bolivianische Regierung hat vom 10. bis 12. Oktober eine Konferenz der Völker in Cochabamba, der drittgrößten Stadt Boliviens, abgehalten. Sie war gedacht als Vorbereitung für die kommende UN-Klimakonferenz in Paris (COP 21), auf der unter anderem ein weltweites Ziel zu Begrenzung des Kohlendioxidausstoßes vereinbart werden soll, um die Erderwärmung zu reduzieren. Aus Sicht der bolivianischen Regierung ist es jedoch nicht ausreichend und richtig, was andere Akteure gegen den Klimawandel unternehmen oder planen. Sie hat daher die Konferenz in Cochabamba initiiert, um weitergehende Vorschläge der "Völker" auszuarbeiten und auf der COP21 zu präsentieren.

Die Kernthemen der Konferenz waren: die Gefahr des Kapitalismus für das Leben, die Errichtung des „Vivir Bien“ (gutes Leben), der Klimawandel und der Schutz des Lebens. Diese Themen spielen eine große Rolle in Morales' Regierungsagenda. Insbesondere die Konfrontation mit dem Kapitalismus und die Etablierung des Konzepts „Vivir Bien“, das das Leben des Menschen in Einklang mit die Natur bringt, als eine wahre Alternative zum aktuellen Diskurs über nachhaltige Entwicklung. Nach zwei Tagen intensiver Arbeit in zwölf thematischen Gruppen unter Beteiligung verschiedener ethnischer, sozialer und politischer Gruppen wurde das Ergebnis veröffentlicht.

Die Erklärung von „Tiquipaya II“ – die vorangegangene Deklaration „Tiquipaya I“ stammt aus dem Jahr 2010 – liest sich wie eine Kriegserklärung gegen den Kapitalismus und ein Plädoyer zugunsten der „Pachamama“ oder der Mutter Erde. Einige der Forderungen sind die Abschaffung des Kapitalismus, der Etablierung des Vivir Bien als eine neue Weg des Zusammenlebens, die Anerkennung traditioneller Lebensformen, die Kenntnis vom Sozialismus und dessen Einführung als Regierungsform, die Begleichung der Schuld des Kolonialismus sowie die Vertreibung von Großkonzernen, die der Umwelt schädigen usw.

Allerdings wiesen einige nicht ganz unbekannte Teilnehmer wie der bolivianischer Ombudsmann auf Widersprüche zwischen den Zielen dieser Konferenz und der „extraktivistischen“ (Rohstoff ausbeutenden) Regierungspolitik hin. Das hat wiederum einige Antworten vonseiten der Regierung angeregt, besonderes vom Minister für internationale Beziehungen, Choquehuanca, der keinerlei Widersprüche sieht.

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