Nov11

Bolivianischer Botschafter in Berlin: Jorge Cardenas Robles

Von Miguel A. Buitrago Kategorie Tourismus, Politik, Kultur

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Nach eine lange Periode, Bolivien hat ein neue Botschafter in Deutschland. Botschafter Jorge Cardenas Robles ist bereits seit Mai 2016 vor Ort in Berlin und wurde nach seinem Amtsantritt offiziell von Präsident Gauck am 2. Juni akkreditiert. Botschafter Cardenas ist nicht nur für Deutschland zuständig, sondern auch für die Schweiz, Polen und Rumänien.

In seiner Begrüßungsrede in der Botschaft präsentierte sich Herr Cardenas der bolivianischen Gemeinschaft in Berlin. Geboren in Sucre, machte er sein Abitur an der Deutschen Schule in Bolivien. Nach einem Austauschjahr in der USA, studierte er Bauingenieurwesen an der Universität UMSA in La Paz. Danach schloss er einen Master in Nachhaltiger Entwicklung und Tourismus in Costa Rica ab. Seine Berufslaufbahn begann als Reiseleiter bei einem Tourismusunternehmen, wo er schliesslich Produkt- und Vertriebsmanager wurde. Danach nahm er eine Stelle als Professor für Tourismusmarketing und Rezeptiver Tourismus an der Katholischen Universität in La Paz an. Danach war Herr Cárdenas in mehreren Verbänden/NGOs als Vorstandsmitglied tätig. Die verbindenden Themen bezogen sich auf Fragen der Umwelt, Nachhaltigkeit und des Öko-Tourismus.

Bevor Herr Cárdenas nach Deutschland kam, repräsentierte er Bolivien als Botschafter in Indien. Zudem war er der erste bolivianische Botschafter auf dem indischen Kontinent. Dort baute er die Arbeit der Botschaft auf und bereiste das Land, um Bolivien und seine Kultur bekannter zu machen. Er brachte zudem Universitäten und verschiedene Unternehmen in den Bereichen der Telekommunikationstechnologien, Landwirtschaft und Bau zusammen.

Nach Deutschland kam Herr Cárdenas mit zwei Hauptaufgaben. Auf dem ersten Platz steht die Suche nach Partnern, Kapital und Technologie für das Projekt des “bi-ozeanischen Zuges”. Die bolivianische Regierung möchte eine Bahnstrecke zwischen dem Atlantik und dem Pazifik bauen - diese Strecke würde von Brasilien aus durch Bolivien nach Peru, über Santos Mato Grosso, Nord und Süd Santa Cruz, Cochabamba, Oruro, La Paz in Bolivien bis nach Ilo in Peru verlaufen. Hinter dieser Idee steckt das Verständnis der zukünftig bedeutenden Rolle der Handelsströme auf der südlichen Halbkugel. Nach bestehenden Plänen sollen sich neben der bolivianischen Regierung auch Brasilien und Peru beteiligen, sowie eine noch zu schaffende Gruppe verschiedener Unternehmen. Letztlich geht es nicht nur um Investition und Entwicklung, sondern auch darum, aus den vorhandenen Ressourcen Produkte zu erzeugen, die zu Profit führen.

Die zweite große Aufgabe ist die Etablierung des deutschen dualen Ausbildungssystems in Bolivien. Dies soll insbesondere die Ausbildung in Personalwesen, Unternehmenswirtschaft und Bildung, sowie in technischen Bereichen wie Wasser, Energie und Landwirtschaft stärken. Ein besonderer Schwerpunkt soll die Ausbildung jüngerer Fachkräfte im Bereich Lithium sein. Abgesehen von mehreren privaten Initiativen seitens der Kirchen findet aktuell eine Zusammenarbeit der bolivianischen Regierung mit der deutschen Firma KUTEC AG Salz Technologien zur Produktion von Lithiumcarbonat-Anlagen statt.

Mehr über Bolivien auf Deutsch können Sie auf der Website der Bolivianischen Botschaft in Berlin’s lesen.

Über den Autor

Miguel A. Buitrago

Miguel A. Buitrago

Master in Wirtschaftswissenschaften und Doktor der Politikwissenschaft.

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