Jan22

Außenpolitik: Der Ansatz der USA für Lateinamerika

Von Miguel A. Buitrago Kategorie Politik

Außenpolitik: Der Ansatz der USA für Lateinamerika

Viele Autoren haben den Titel dieses Beitrags hauptsächlich dazu verwendet, zu analysieren, warum die Politik der USA gegenüber Lateinamerika nicht funktioniert. Während eine kritische Analyse wünschenswert ist, um unter anderem voranzukommen oder besser zu werden (sagen wir eine Politik), scheinen in diesem Thema viele der Analysen an der Unachtsamkeit gegenüber realen Ereignissen zu liegen. Aus diesem Grund hat eine gleiche Anzahl von Wissenschaftlern neue Wege vorgeschlagen, auf denen die Formulierung einer solchen Politik verankert werden sollte. Dieser Beitrag ist ein weiterer Versuch die US-amerikanische Außenpolitik gegenüber Lateinamerika zu überarbeiten und zu analysieren und einen "neuen" Ansatz vorzuschlagen, der meines Erachtens bereits notwendig ist.

Gelehrte der Außenpolitik oder der internationalen Beziehungen beginnen gerne die Monroe-Doktrin zu überdenken, wenn sie über die US-Politik gegenüber ihren südlichen Nachbarn nachdenken. Denn es war im Jahr 1823, als Präsident James Monroe seinen jährlichen Redebeitrag zum Stand der Gewerkschaften in Worte fasste, in dem er formulierte, was später ein grundlegender Bestandteil der Außenpolitik und der Beziehungen der USA werden sollte. Dieser Beitrag war so grundlegend, dass sogar Präsident Reagan während seiner Präsidentschaft darauf Bezug nahm und die folgenden Präsidenten sie nicht wesentlich veränderten.

Die Doktrin, geschrieben von Quincy Adams und beeinflusst von Hamilton und anderen, erklärt, dass jeder Versuch, die neuen unabhängigen Länder in Amerika durch europäische Mächte zu kolonisieren, als eine Bedrohung für die USA angesehen würde. Gleichzeitig würden die USA versuchen, die verbleibenden europäischen Kolonien nicht zu stören.

Die Doktrin war so fundamental, weil sie nicht nur einen Ansatz zur Lösung von Problemen auf dem amerikanischen Kontinent etabliert hat, sondern auch dazu beigetragen hat einen Einflussbereich jenseits der Grenzen der Vereinigten Staaten zu schaffen. Es erkannte an, dass die Sicherheit der USA gegeben war und die Grenzen dieser anderen Länder sicher waren.

Seit dem Ende des Kalten Krieges wendet die US-Regierung im Umgang mit ihren südlichen Nachbarn mehr oder weniger den gleichen Ansatz an. Dieser Ansatz beinhaltet die Förderung der liberalen Demokratie und die Schaffung von nutzbringenden Handelsrouten. In den 1960er und 1970er Jahren und besonders in den 80er Jahren wurde das Problem des Drogenhandels zu einer weiteren Säule dieser Politik. Später kamen auch die Fragen der Entwicklung und der militärischen Zusammenarbeit in die Formel. Ein Thema das noch außen vorgelassen wurde, aber grundlegend geworden ist, war die Frage der Migration von Süden nach Norden.

Jedes Mal wenn ein neuer Präsident in den USA den Eid schwört, stehen sich Lateinamerikaner, Politikanalytiker und politisch Interessierte der Frage gegenüber, wie die US-Politik gegenüber Lateinamerika in den nächsten vier Jahren aussehen wird. Eine wichtige Frage dabei ist: Haben die USA eine ausreichend kohärente und eine angemessen und moderne Politik, um die Beziehung zu Lateinamerika zu steuern?

Die kurze Antwort kann ein „ja“ sein, denn die USA hatten und haben immer noch einen der kohärentesten Ansätze für die Region. Tatsächlich ist es so kohärent, dass es sich seit Jahrzehnten, wenn nicht seit Monroe, nicht wesentlich verändert hat. Was nicht geschehen ist, ist nicht angemessen auf die jüngsten Entwicklungen in der gesamten Region, nicht nur innerhalb der USA, sondern auch in Lateinamerika, abgestimmt worden.

Wie sollte dieser neue Ansatz aussehen?

Erstens sollten die USA ein für alle Mal erkennen, dass die lateinamerikanischen Staaten seit mindestens drei Jahrzehnten in Demokratie leben. Es ist nicht mehr die Region, in der das Gespenst des Kommunismus darauf wartet, zu übernehmen und zu übernehmen; Es ist auch nicht die Region, in der ein Regimewechsel gleich einen Staatsstreich bedeutet oder Militärdiktatoren die Regierungsgewalt übernehmen, weil sie glauben sie seien am besten geeignet eine Nation zu führen.

Zweitens sollten die USA darüber nachdenken, Lateinamerika nicht weiterhin als seinen Hinterhof zu behandeln. Lateinamerika sollte stattdessen als Region der Nachbarschaft betrachten werden, in der viele Länder mit unterschiedlichen Kulturen, Lebensweisen und Interessen liegen.

Drittens sollten die USA zweimal darüber nachdenken, sich in Lateinamerika schwerpunktmäßig auf den Krieg gegen Drogen zu konzentrieren. Ich denke, ich muss nicht daran erinnern, dass sich die Konzentration auf ein oder wenige Themen nicht nur auf Alternativen beschränkt, sondern auch dazu beiträgt, was sonst komplex wäre. Stattdessen sollte man sich der Region Lateinamerika auf der Grundlage einer komplexen Beziehung an vielen Seiten nähern, unter anderem im Kampf gegen Drogen. Andere wichtige Themen dieser neuen Ära wären Migration, finanzielle Integration, erneuerbare Energie, traditionelle Energie, Sicherheit, Umwelt usw.

Viertens sollten die USA erkennen, dass die Konzentration auf den Handel zwar das Richtige ist, dass aber der Schwerpunkt darauf liegt, das beste Geschäft zu erzielen, von dem nur eine Seite in hohem Maße profitiert, nicht das richtige sein kann. Meines Erachtens liegt der größere Vorteil für die USA darin, wenn der potenzielle lateinamerikanische Markt gestärkt wird. Das Potenzial liegt bei ca. 500 Millionen Menschen, die am Ende viele US-Produkte konsumieren könnten.

Fünftens sollten die USA aufhören sich auf die größten Märkte wie Mexiko, Brasilien und Argentinien zu konzentrieren. Stattdessen sollte man kleinere Länder wie Ecuador, Peru, Uruguay oder Bolivien stärken. In der Tat sollte man versuchen so viele Länder wie möglich auf seine Seite zu bringen.

Schließlich sollten die USA beginnen den Ländern in Lateinamerika auf Augenhöhe zu begegnen, auch wenn sie sich oft nicht dementsprechend verhalten. Stattdessen sollte man beginnen, diese Länder als Partner zu betrachten, sie gleichwertig behandeln und ihnen den Respekt zollen, den sie auf der ganzen Welt suchen.

Über den Autor

Miguel A. Buitrago

Miguel A. Buitrago

Master in Wirtschaftswissenschaften und Doktor der Politikwissenschaft.

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