Jul21

Der Streit um den Silala Fluss

Von Miguel A. Buitrago Kategorie Politik

Bolivianische Informations Agentur (ABI) - Freddy Zarco

Als ob die Beziehungen zwischen Bolivien und Chile nicht schon schlecht genug wären, so aufgrund der bolivianischen Klage gegen Chile für einen souveränen Meereszugang vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag, nun streiten sich beide Länder auch noch um die Nutzung des Wassers des Silala Flusses.

Der Silala ist, je nach dem wer davon erzählt, ein bolivianischer, chilenischer oder internationaler Fluss, dessen Quelle sich im Südosten Potosis befindet, vier Kilometer von der chilenischen Grenze entfernt. Seit mindestens 100 Jahren wird das Wasser von Chile genutzt - zuerst für die Lokomotiven, die die in Potosi abgebauten Mineralien für den Export zu chilenischen Häfen brachten. Doch auch seitdem die bolivianische Regierung in 1997 die 99-jährige Konzession gekündigt hat, wird das Wasser von chilenischen Bergbauunternehmen weiter genutzt. Bolivien ist mit dieser Situation nicht zufrieden.

 

Bolivien argumentiert, der Silala sei eher ein Bach, dessen Wasser jetzt durch die Anfang des 20. Jahrhunderts von chilenischen Firmen gebauten Kanäle nach Chile fliesst. Die bolivianische Regierung behauptet, das Wasser werde ohne jegliche Bezahlung von chilenischen Unternehmen genutzt. Chile, seinerseits, argumentiert, der Silala sei ein internationaler Fluss und die Nutzung des Wassers rechtmäßig. Chile schulde Bolivien nichts. Zur gleichen Zeit behauptet Chile, die aktuelle bolivianische Regierung von Evo Morales benutze die Dispute mit Chile, um von internen politische Schwierigkeiten abzulenken. “Jeder weiss was in Bolivien los ist.”, so Chiles Außenminister, Heraldo Munoz.


Beide Regierungen haben mit einer Klage in Den Haag gedroht. Das wäre dann das zweite Verfahren beider Staaten vor dem Internationalen Gerichtshof.

Über den Autor

Miguel A. Buitrago

Miguel A. Buitrago

Master in Wirtschaftswissenschaften und Doktor der Politikwissenschaft.

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