Jul18

Der Streit zwischen Bolivien und Chile um den Meereszugang

Von Miguel A. Buitrago Kategorie Politik

Von Createaccount - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

In 1879 bekämpften sich Bolivien und Chile im Salpeter-Krieg. Seitdem ist Bolivien ein Binnenland, ohne Meereszugang. Obwohl in 1904 ein Vertrag das Ergebnis des Krieges kodifizierte, hat Bolivien den Verlust seines Meereszugangs nie akzeptiert. In 2013 verklagte die bolivianische Regierung unter Evo Morales Chile vor dem Internationalen Gerichtshof (eng. ICJ) in Den Haag. Bolivien will damit erreichen, dass Chile mit Bolivien den Dialog um einen eigenen Zugang zum Pazifik beginnt - das Ziel ist ein verhandelter Meereszugang für Bolivien. Chile argumentiert dagegen, dass es mit Bolivien nichts zu verhandeln gebe - für Chile ist ein bolivianischer Meereszugang schlicht kein Thema.

Bereits seit 3 Jahren läuft das Verfahren in Den Haag. Vor kurzem, am 13. Juli 2016, hat Chile sein Gegenargument eingereicht. Obwohl das Dokument nicht öffentlich ist, betonen Kommentare aus dem chilenischen Außenministerium und aus der Regierung selbst die Kraft der Argumente, welche sogar mit bolivianischen Quellen belegt seien. Bolivien überlegt seinerseits die nächsten Schritte. So muss noch einige Monate gewartet werden bis der Gerichtshof weitere Argumente anfordert oder die beide Länder für den mündlichen Teil des Verfahrens einlädt.


Beide Länder sind zuversichtlich ob der Erfolgschancen ihrer Argumente: Chile, weil es die Geschichte auf seiner Seite sieht, und Bolivien, weil es die Gerechtigkeit auf seiner Seite sieht. Weitere Ergebnisse und Entwicklungen werden für September oder Oktober diesen Jahres erwartet.

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Über den Autor

Miguel A. Buitrago

Miguel A. Buitrago

Master in Wirtschaftswissenschaften und Doktor der Politikwissenschaft.

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