Mai15

Bolivianische Finanzsystemaufsichtsbehörde interveniert in der EFV, einer Sparkasse in La Paz

Von Miguel A. Buitrago Kategorie Wirschaft, Finanz

Die bolivianische Finanzsystemaufsichtsbehörde (Autoridad de Supervision del Sistema Financiero, ASFI) hat am vergangenen Freitag, den 13. Mai 2016 in die Geschäfte einer Sparkasse (Entidad Financiera de Vivienda, EFV) in La Paz interveniert, konkret bedeutet dies, dass ASFI die EFV geschlossen hat. Nach Aussage der ASFI-Direktorin Ivette Espinoza liegen die Ursachen der Intervention in der seitens der EFV mangelnden Erfüllung der Bestimmungen der Aufsichtsbehörde, sowie im Verdacht von Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung und von Korruption, wie auch einer an den Tag gelegten Kompromisslosigkeit gegenüber den geforderten Bestimmungen. ASFI hatte seit Anfang Januar 2016 ein Kontrollverfahren gegen die EFV laufen.

Bei der EFV handelt es sich um eine Sparkasse, welche nach eigener Aussage nicht profitorientiert arbeitet und die seit Mitte der 1990er Jahre den Bau von Immobilien als Hauptgeschäft verfolgt. Mittlerweile hat sich die Institution zu einer Bank entwickelt, die also auch Kredite für Konsum und Investitionszwecke vergibt. Laut ASFI werden 93% der EFV-Geschäfte in La Paz und 3% in Santa Cruz getätigt; insgesamt ist es eine eher kleine Bank mit nur einem Bruchteil (weniger als 1%) Beteiligung am bolivianischen Finanzsystem.

Innerhalb von zwei Tagen schloss ASFI einen Vertrag mit einer Bank aus Santa Cruz Stadt, der Banco Mercantil de Santa Cruz, zur Übernahme der EFV-Geschäfte ab. Die Kunden der EFV wurden zur neuen Bank hinübergeführt, so dass ihre Bankangelegenheiten weitergeführt werden können. ASFI betonte die gute Aufstellung der Banco Mercantil und forderte die verschiedenen Sparer und Kreditaufnehmer dazu auf, ihre Geschäfte bei bei dieser Bank weiterzuführen.

Über den Autor

Miguel A. Buitrago

Miguel A. Buitrago

Master in Wirtschaftswissenschaften und Doktor der Politikwissenschaft.

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