Jan23

Brasilien reduziert seinen Verbrauch von bolivianischem Erdgas

Von Miguel A. Buitrago Kategorie Energie, Wirschaft

Brasilien reduziert seinen Verbrauch von bolivianischem Erdgas

Der wichtigste Exportpartner Boliviens, Brasilien, wird den Verbrauch von Erdgas ab Januar 2017 für die folgenden 30 bis 45 Tage senken. Dies ist unter den Vertragsbedingungen möglich. So soll der Verbrauch für die ersten Monate in 2017 um rund 50% von 30 Millionen Kubikmeter am Tag auf rund 12,3 Millionen Kubikmeter am Tag gesenkt werden. Diese Reduzierung stellt für die bolivianische Seite allerdings eine große Herausforderung dar, auch wenn sie von kurzer Dauer ist, weil das Land vorwiegend auf den Export von Erdgas nach Brasilien und Argentinien angewiesen ist. Die brasilianische Regierung gab als Begründung den starken Regenfall im Sommer an, der die Flüsse im Amazonasgebiet so gut gefüllt hat, dass das Land nun damit Energie erzeugen kann.

Nichtsdestotrotz muss Brasilien den Vertragsbedingungen nach immer noch Zahlungen für 24 Millionen Kubikmeter leisten. Brasilien kann aber auch nach Ablauf des Vertrages in 2019 die zu wenig gelieferten Erdgaslieferungen erhalten. Die bolivianischen Behörden reagierten mäßig auf die kurzfristige Kürzung, denn die Zahlung ist für einen festen Betrag garantiert und die brasilianische Regierung sagte die Normalisierung des Erdgasbedarfs auf vorherige Liefermengen zu. Zwei weitere Faktoren für die gelassene Reaktion waren die Zunahme der Nachfrage aus Argentinien und ein Zuwachs der internen Nachfrage nach Erdgas aufgrund hoher Temperaturen und somit stärker beanspruchter Kühlanlagen.

Über den Autor

Miguel A. Buitrago

Miguel A. Buitrago

Master in Wirtschaftswissenschaften und Doktor der Politikwissenschaft.

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