Nov29

Diabla: Mode und soziales Engagement in Bolivien

Von Miguel A. Buitrago, Mauricio Guillen Sardon Kategorie Markteintritt, Wirschaft, Textil

Diabla: Mode und soziales Engagement in Bolivien

Die Entwürfe sind jung, bunt, erfrischend und zeichnen sich durch starke ethnische Einflüsse aus. Diabla ist eine junge bolivianische Modefirma, die ethnische Komponente und uralte Herstellungstechniken Boliviens vereinigt und sie in Form von Kleidung oder Schmuckstücken zum Ausdruck bringt. Die Firma hat in der bolivianischen Modewelt schon große Wellen geschlagen und möchte nun den Erfolg auf internationaler Ebene fortführen. Seit Anfang Oktober 2017 repräsentieren Matthia Stolz und Gustavo Ibáñez, neben Arbeit und Studium, Diabla in Deutschland. “Jedes einzelne produzierte Stück ist einzigartig. So etwas gab es bisher auf dem europäischen Modemarkt noch nicht”, so Matthia Stolz in einem kurzen Interview. Bolivia-Visión möchte Diabla bei der Einführung im deutschsprachigen Raum und ebenfalls bei der Vermittlung des sozialen Engagements des Unternehmens helfen.

Namensgeber für die Modefirma ist der bolivianische Folkloretanz Diablada, der im Weltkulturerbe “Karneval von Oruro” verwurzelt ist. Der Tanz hat einen religiösen Hintergrund, der für die Minenarbeiter in Oruro, einst eine wichtige Bergbaustadt, von großer Bedeutung ist. Er vermittelt eine Existenz zweier Welten, der unterirdischen Welt der Minen, wo der Teufel wohnt und der überirdischen, in der Gott allgegenwärtig ist. Der Tanz ist ein farbenfrohes Arrangement, bei dem die Tänzer künstlerisch gestaltete und handgearbeitete Kostüme tragen. Diese alten Traditionen stehen im Herzen der Kreationen von Diabla.

Zur Inspiration dienen nicht nur die folkloristischen Traditionen Boliviens, sondern alles was das Land ausmacht: Typische handgefertigte Stickereien und Muster, die trotz ihrer Beständigkeit und ihrer Weitergabe von Generation zu Generation, moderne Kleidung, Colliers und Portemonnaies hervorbringen. Auch für Männer ist etwas dabei, so werden unter anderem Lederarmbänder und Aktenordner vertrieben. Allen, die es bereits jetzt kaum noch abwarten können, die individuellen Schmuckstücke zu tragen, sei gesagt, dass sich der Vertrieb in Deutschland zunächst nur auf Colliers beschränken soll, aber nach und nach um weitere Artikel der Produktpalette ergänzt wird.

Diabla existiert bereits seit 2013 und wurde in Tarija (Bolivien) gegründet. In Bolivien sind die Entwürfe der beiden Designerinnen und Geschäftsführerinnen Julia Beatriz Navajas und Pamela Gallardo bereits bekannt. Julia ist eine ausgebildete Fotografin und Pamela ein ehemaliges Model, zudem haben beide einen Kurs für Modedesign in Mailand absolviert. In Deutschland wird Diabla von Gustavo Ibáñez und Matthia Stolz repräsentiert, die nicht nur die einzigartigen Stücke nach Deutschland holen wollen, sondern auch die Menschen in Gustavos Heimatland Bolivien unterstützen möchten. Aktuell ist Diabla dabei eine eigene Website und einen DaWanda-Store einzurichten (Deutsches E-Commerce-Online-Portal, auf dem selbstgefertigte Produkte zum Kauf angeboten werden). Die “Künstler”, die die Kleidungsstücke in mühevoller Handarbeit und mit leidenschaftlicher Hingabe erarbeiten, leben selbst in ärmlichen Verhältnissen. Sie bestreiten ihren Lebensunterhalt aus den Verdiensten ihrer Arbeit und ermöglichen es so ihren Kindern, eine Schule zu besuchen, was ein Privileg darstellt. Julia Beatriz Navajas und Pamela Gallardo engagieren sich nebenbei auch in der Förderung von künstlerischem Nachwuchs, indem sie Mädchen aus einem Kinderheim in der Nähe ihres Ateliers zu sich holen und ihnen zeigen, wie die Herstellung der Schmuckstücke erfolgt.

Julia Beatriz Navajas und Pamela Gallardo sind genauso wie Matthia Stolz und Gustavo Ibáñez Menschen, die gerne in Bolivien investieren möchten. Sie sind mit der Förderung von Diabla auf dem besten Weg, für einige Menschen in Bolivien Arbeitsplätze und Wege aus der Armut zu schaffen.

Kleine auswahl

Über den Autor

Miguel A. Buitrago

Miguel A. Buitrago

Master in Wirtschaftswissenschaften und Doktor der Politikwissenschaft.

Mauricio Guillen Sardon

Mauricio Guillen Sardon

Guten Tag, ich heiße Mauricio Guillén Sardón und habe Industriekaufmann in Madrid, Spanien gelernt und bin Absolvent des Studiengangs Management im Handel, B.A. an der School of International Business, in Bremen.

Ich bin in Deutschland geboren, jedoch stammen meine Eltern aus Bolivien. So ist es nicht abwegig, dass ich zwischen beiden Kulturen aufgewachsen bin. Dies bringt enorm viele Vorteile mit sich. Vor allem profitiert man von einem weitläufigeren Blick auf die verschiedensten Aspekte. Die Differenzen zwischen der bolivianischen und der deutschen Kultur haben schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Dies spiegelt sich sogar beim Thema meiner Bachelorthesis wider: „Interkulturelle Kompetenz – Ein Erfolgsfaktor für den Handel zwischen Deutschland und Bolivien“.

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.