Jul16

Der Handel zwischen der Europäischen Union und Bolivien

Von Miguel A. Buitrago Kategorie Gas / Öl, Wachstumstrend, Wirschaft

Gesamtexportwert in die EU wächst stetig

Der Handel zwischen der Europäischen Union und Bolivien

Aktuell läuft der Handel zwischen der EU und Bolivien durchaus positiv für die EU, zumindest laut den neuesten Bericht des Bolivianischen Instituts für den Außenhandel (Instituto Boliviano de Comercio Exterior, IBCE). So lag der Wert aller Exporte in die EU zwischen 2007 und 2014 bei 4,5 Milliarden Euro, und die der Importe bei 5,2 Milliarden Euro. Das entspricht allerdings für Bolivien einer negativen Bilanz gegenüber der EU, etwa von 587,7 Millionen Euro (beim Wechselkurs vom 13.7.2015). Doch ist dieser Umstand für Bolivien insofern auch positiv, als das der Gesamtexportwert in die EU stetig gewachsen ist, mit einem in dieser Zeit jährlichen Wachstum von 14,1 %.

Die wichtigsten EU-Länder für Bolivien sind dabei Belgien, die Niederlande, England und Spanien. Deutschland spielt noch eine geringe Rolle im Handel mit Bolivien. Die Produkte, welche nach Deutschland exportiert werden und einen signifikanten Platz in der deutsch-bolivianischen Handelsbeziehung einnehmen, sind vor allem Quinoa und Brasilnüsse. Außerdem gibt es bescheidene Aktivitäten im Bereich des fairen Handels, insbesondere bei Kakao, Kaffee und Quinoa-Produkten.

Die gestiegenen Exportgewinne Boliviens resultierten hauptsächlich aus den hohen Rohstoffpreisen der nach Europa exportierten Produkte. Dies schließt auch Mineralien ein. So exportierte Bolivien zwischen 2007 und 2011 Zink, Silber, Zinn, und Blei sowie einige Ölderivate und unbehandelte Alkoholprodukte. Ab 2012 sind die Preise im Welthandel allerdings gefallen, wodurch die jährlichen Wachstumsraten nach unten korrigiert wurden; insgesamt ist aber ein weiteres Wirtschaftswachstum prognostiziert. Mittelfristig will die bolivianische Regierung die staatlichen Investitionen hochhalten. Mit diesen Plänen wurde Evo Morales in 2014 auch wiedergewählt; gerade hat er seine dritte Amtsperiode angefangen. Laut diesen Plänen wird die Zentralregierung weiterhin eine wichtige Rolle in der Wirtschaft und bei der Industrialisierung des Landes spielen. Aktuell sind zudem die Aussichten für ein weiteres Wachstum gut, die Rohstoffpreise haben sich stabilisiert, die Kassen des Landes sollen gut gefüllt sein, und die Haupteinnahmen des Landes durch den Erdgasexport nach Brasil und Argentinien sollen weiter gut laufen. Gleichzeitig kauft Bolivien kräftig Kapitalgüter wie Turbinen, Hubschrauber, Trecker, Seilbahnen und Maschinen, um mehr Erdgas und Mineralien zu fördern. Auch werden andere Maschinen für verschiedene Industriezweige (Raffinerien, Textilien, Agrikultur, etc.) gekauft.

Die Aussichten für einen weiterhin starken Export nach Europa sind auch aufgrund der mittelfristigen Investitionspläne seitens der Regierung gut, dennoch der Rückgang der Erdgas und öl Preisen im letzten Jahren gefährdet diese Pläne wegen desen abhängigkeit gegenüber diese Preise.

Über den Autor

Miguel A. Buitrago

Miguel A. Buitrago

Master in Wirtschaftswissenschaften und Doktor der Politikwissenschaft.

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